Mediation

Mediation ist ein Verfahren zur außergerichtlichen Streitbeilegung.

Im Kern geht es darum am Ende des Verfahrens zwei Parteien zu haben, die als Gewinner das Verfahren beenden. In einem gerichtlichen Verfahren ist es stets so, dass mindestens eine Partei verliert. In aller Regel hat aber auch die obsiegende Partei nicht unerhebliche Kosten die sie zum Teil selber tragen muss. Auch sind mit einem gerichtlichen Verfahren stets Stress und nervliche Belastungen verbunden.

Natürlich ist die Mediation nicht für alle Verfahren geeignet. Mit einem offenen Bruch sollte man nicht zu einem Orthopäden sondern lieber direkt in ein Unfallkrankenhaus gehen. Ähnlich verhält es sich in Streitverfahren. Gerade in Nachbarschaftsstreitigkeiten empfiehlt es sich aber einen Weg zu finden sodass am Ende des Verfahrens ein weiteres Zusammenleben möglich ist.

Wie funktioniert Mediation?

Im Endeffekt versucht die Mediation den aufzuteilenden Kuchen zu vergrößern. In einem gerichtlichen Verfahren müssen genau bestimmte Anträge formuliert werden. Dies führt immer dazu, dass lediglich eine Forderung genannt wird und nicht der Grund für diese Forderung. Zwei Beispiele:

1.) Zwei Kinder streiten um eine Orange. Beide Kinder wollen die Orange für sich haben. Wenn nun keines der Kinder einen speziellen Anspruch hat, würde ein Gericht möglicherweise die Orange aufteilen. Beide Kinder wären unzufrieden. Ein Mediator würde nach dem Grund für die Forderung nach der Orange fragen und möglicherweise würde dann herauskommen, dass eines der Kindern die Schale benötigt um eine Zeichnung einzufärben, das andere Kind aber die Frucht benötigt um Saft zu pressen. So ist es möglich beiden Kindern alles zu geben was sie wollten. Der Kuchen wurde also vergrößert. Dieses Beispiel mag banal anmuten, aber gerade in Streitigkeiten innerhalb der Familie oder zwischen Nachbarn ist es häufig möglich einen Streit auf ähnliche Weise auszuräumen.

2.) Israel und Syrien stritten sich vor Jahren um die Besitzrechte an den Golanhöhen. Beide Seiten standen sich unversöhnlich gegenüber in ihrer Position. Die Golanhöhen waren von Israel im Sechs-Tage-Krieg eingenommen und besetzt worden. Der nächste Krieg stand vor der Tür. Die Forderung waren unvereinbar bis ein Mediator die Verhandlung übernahm. Innerhalb kürzester Zeit konnte eine Einigung erzielt werden. Was war geschehen? Es Stellte sich heraus, dass Israel keinerlei Interesse an dem Besitz der Golanhöhen hatte, sondern lediglich verhindern wollte, dass von dort aus Israel beschossen werden konnte. Syrien seinerseits benötigte die Golanhöhen für das persönliche Ansehen. Syrien ist ein sehr alter Staat. Erst vor verhältnismäßig kurzer Zeit hatte es die Höhen wieder für sich gewinnen können. Der erneute Verlust dieser Ländereien wäre ein erheblicher Prestigeverlust gewesen. Die Lösung war einfach nachdem die Gründe für die Forderungen benannt wurden einfach: Schaffen einer entmilitarisierten Zone unter syrischer Herrschaft. Insbesondere heute wo in Syrien Bürgerkrieg herrscht lohnt es sich zu erwähnen, dass an den Golanhöhen bis zum heutigen Tage kein Schuss gefallen ist.

Eine Mediation verlangt immer von den Beteiligten die Bereitschaft miteinander zu reden oder sich wenigstens zusammen zu setzen. Sollte eine Mediation scheitern kann im weiteren immer noch der Gang vor die Gerichte betrieben werden. Häufig lohnt sich ein Mediationsverfahren dennoch. Gerade auch in Scheidungsverfahren, in denen eine gerichtliche Auseinandersetzung unausweichlich ist können so Rahmenbedingungen festgelegt werden, die ansonsten zu erheblichem Zeitaufwand führen und auch Kosten verursachen.

Wenn Sie Interesse an einer Mediation haben oder eine Beratung über den genauen Ablauf wünschen zögern Sie nicht sich mit mir in Verbindung zu setzen.

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